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siham.net am Set von "Thor 3: Tag der Entscheidung"
Von Annemarie Havran — 07.09.2017 um 15:00
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Nach dem Besuch des Filmsets von „Thor 3“ (Kinostart: 31. Oktober 2017) in Australien verraten wir euch, warum wir dem Superhelden-Blockbuster nach Gesprächen mit Tom Hiddleston und Regisseur Taika Waititi nun noch mehr entgegenfiebern als zuvor.

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Im September 2016 bricht in Australien gerade der Frühling an: Schon um 6 Uhr morgens werden wir in der Lobby unseres Hotels an der Gold Coast in der Nähe von Brisbane abgeholt und zu den nahegelegen Village Roadshow Studios gebracht. Hier befindet sich inmitten einer imposanten Naturkulisse und dem Freizeitpark Warner Bros. Movie World das Filmset zu „Thor 3: Tag der Entscheidung“. Nach unserer Ankunft versorgen wir uns erst einmal mit heißem Kaffee - umringt von einer großen Horde Komparsen, die so früh am Tag schon perfekt als Bewohner Asgards hergerichtet sind und in langen Roben ihr Frühstück zu sich nehmen. Vor uns liegt ein ganzer Tag in den neun Welten der nordischen Mythologie und darüber hinaus. Wir fangen aber erst einmal ganz bodenständig an, nämlich im Büro des Produktionsdesigners Dan Hennah („Der Hobbit“-Trilogie).

Dort empfängt uns Presseagent Ernie Malik, der uns erklärt, warum unsere Tour über das Set genau hier beginnt: Wenn ein Drehbuch steht und ein Film vom Studio grünes Licht bekommt, ist eine der ersten Personen, die man engagiert, der Produktionsdesigner. Dieser erstellt dann ein Konzept, das der Vision des Regisseurs möglichst nahe kommt – und wohin der Hase bei Hennahs Produktionsdesigns zu „Thor 3“ läuft, wird in seinem Büro sofort glasklar: Vor uns sehen wir die sogenannte Kirby Wall, eine mit knallbunten Illustrationen von Jack Kirby zugepflasterte Wand:

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Eine solche Jack-Kirby-Kollage hängt auch als Inspiration im Büro der "Thor 3"-Macher.

Jack Kirby schuf gemeinsam mit Marvel-Legende Stan Lee die Figur des Superhelden Thor - und mit „Thor 3“ wird ganz besonders dem berühmten Zeichner Tribut gezollt, wie wir im Laufe des Tages immer wieder feststellen werden. Wie sehr sich der Stil seiner Bilder in den Ideen für den Film niederschlägt, sehen wir auch im nächsten Raum: An den Wänden hängen Konzeptzeichnungen für „Thor 3“, allesamt sehr bunt und vollgestopft mit verrückten Details, schrägen Raumschiffen und bizarr anmutenden Außerirdischen. Auf den Bildern sehen wir auch einige der Orte, die Thor bei seiner Reise durchs All abklappert, darunter das Sagenreich Muspellsheim, New York, Asgard und den Müllplaneten Sakaar.

Und nach Asgard und Sakaar führt uns Ernie Malik dann auch direkt im Anschluss an die Besichtigung der Designer-Büros: „Thor 3: Tag der Entscheidung“ ist nämlich mitnichten ein Film, in dem die Schauspieler nur vor Bluescreens agieren. Stattdessen wird viel in riesigen, speziell angefertigten Sets gedreht. Auf dem Studiogelände sind beachtliche Teile von Asgard und Sakaar nachgebaut worden – und so sieht das vor Ort aus:

siham.net-Redakteurin Annemarie Havran (Mitte, 2.v.l.) und einige andere internationale Filmjournalisten am Asgard-Set in Australien.

Auf der sogenannten Asgard Piazza stößt dann auch Dan Hennah persönlich zu uns. Der Produktionsdesigner liefert uns erst einmal beeindruckende Zahlen zum Set: 100 x 50 Meter beträgt die Fläche des Nachbaus, rund vier Monate lang werkelten hier 450 Produktionshelfer. Entstanden ist eine vielfältig nutzbare Kulisse, in der man je nach Kamerawinkel und hinzugefügten digitalen Erweiterungen fünf verschiedene Teile von Asgard entstehen lassen kann.

Im Anschluss reisen wir auf einen anderen Planeten, der mit der italienisch anmutenden Romantik von Asgard so gar nichts gemein hat. Auf dem Studiogelände liegt Sakaar nämlich nur wenige Gehminuten entfernt. Dieser Planet dürfte vor allem Fans der „Planet Hulk“-Comicserie bestens bekannt sein, denn hier wird der Hulk zum Gladiator – ganz wie in „Thor 3“, der viele Elemente aus speziell dieser Vorlage übernimmt und den grünen Wüterich in der Arena auf Thor treffen lässt. Zu sehen sind Teile dieser Story bereits im Trailer:

Wir können übrigens bestätigen, dass das Set tatsächlich so knallbunt aussieht, wie es im Filmmaterial am Ende rüberkommt: Sakaar ist ein in schrillen Farben bemalter Haufen Schrott ohne eigene Vegetation, „das Klo des Universums“, wie der Ausführende Produzent Brad Winderbaum („Ant-Man“) später witzelt. Hier landet durch mehrere Wurmlöcher der Müll des ganzen Universums - sowie jeder durch das All Reisende, der von seinem Weg abkommt. Alles ist krumm und schief und knallbunt, kurz: Alles sieht aus, als wäre es direkt aus einem Jack-Kirby-Comic entsprungen.

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Ein Spaziergang über den Müllplaneten Sakaar.

Anschließend marschieren wir über das riesige Studiogelände zum Ort des heutigen Drehs. In einer Halle wurde alles für eine der großen Kampfszenen des Films vorbereitet: Während sich das Helden-Quartett Thor (Chris Hemsworth), Valkyrie (Tessa Thompson), Loki (Tom Hiddleston) und Hulk auf einer Brücke Asgards für das große Aufeinandertreffen mit Widersacherin Hela (Cate Blanchett) formiert, werden im Hintergrund zig von Komparsen dargestellte Asen vor der drohenden Gefahr auf einem Schiff in Sicherheit gebracht. Wir kommen gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie der Hulk Loki eine reinhaut. Das sorgt für viel Gelächter, nicht nur unter uns Journalisten. Wir nehmen in unserem Pressezelt Platz und beobachten das Geschehen auf einem Monitor. Bei dieser Szene dürfen wir Regisseur Taika Waititi gleich in doppelter Aktion erleben: Weil Mark Ruffalo nicht mehr selbst am Set ist, springt Waititi kurzerhand als Stand-in ein und gibt den Hulk, dessen grüner Körper dann später digital ins Bild eingefügt wird.

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Da sind selbst Chris Hemsworth und Tom Hiddleston abgemeldet.

Während zwischen den einzelnen Takes der Szene pausiert wird und die Schauspieler sich mit ihrem Regisseur beraten, sehen wir uns weiter am Set um und halten einen Plausch mit Kostümdesignerin Mayes C. Rubeo („Avatar - Aufbruch nach Pandora“). Sie nimmt uns mit in ihre Werkstätten und den gigantischen Kostümfundus, wo wir erfahren, dass sich Rubeo als „old fashioned designer“ sieht: Jedes Teil wird handgefertigt, mit 3D-Druckern kann die Künstlerin nicht besonders viel anfangen. Mehr als 2.500 Kostüme haben sie und ihr Team so für „Thor 3“ gefertigt und auch auf ihre Arbeit hatte Thor-Erfinder Jack Kirby mit seinem einzigartigen Zeichenstil großen Einfluss: Bei den Kostümen für die Bewohner von Sakaar, laut Rubeo „die Anarchisten des Marvel-Universums“, konnte sie sich so richtig austoben. Jede Farbe und Form war erlaubt - je verrückter, desto besser! Und die Liebe zum Detail gilt im Team der Kostüm-Designer nicht nur Kleinigkeiten, sondern auch den ganz Kleinen: Rubeo präsentiert uns stolz perfekte Miniaturen des echten Thor-Kostüms, die ihr Team für Chris Hemsworths Kinder geschneidert hat – „weil er so nett ist!

Zurück in der Halle nehmen wir wieder im Pressezelt Platz und schauen zu, wie ein ums andere Mal die Hauptdarsteller ihre Positionen auf der nachgebauten Brücke einnehmen, um die Szene erneut zu spielen, so lange, bis sie perfekt im Kasten ist. Thor ist wie immer eine imposante Erscheinung mit seinen diesmal kurzgeschorenen Haaren und seiner neuen Rüstung, die laut Rubeo „viel geerdeter, ohne Schnickschnack, aber sehr effektiv“ ist. Aber in welcher Szene genau sehen wir ihn hier eigentlich? Das erklärt uns der Ausführende Produzent Brad Winderbaum: „Wir steuern hier auf das Finale zu – und das wird eines der größten, epischsten Finals, die wir mit dem Studio je realisiert haben. Es wird wahrhaft Ragnarok-Ausmaße haben.“ [Ragnarok ist sowas wie der Weltuntergang in der nordischen Mythologie und der Untertitel des Films in der Originalfassung.] In dieser entscheidenden Szene mit bis zu 300 Statisten im Hintergrund treffen die Helden schließlich auf Hela, die Göttin des Todes.

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Unser Interview mit "Thor 3"-Produzent Produzent Brad Winderbaum.

Aber wo ist Hela eigentlich? Cate Blanchett muss für diese Szene nicht am Set sein, doch wir treffen sie später trotzdem noch zum Interview. Ihren Part in diesem Aufeinandertreffen wird sie separat spielen und dabei im Gegensatz zu den anderen Darstellern nicht in vollem Kostüm auftreten – kann sie auch gar nicht, wie uns Visual Effects Supervisor Jake Morrison erklärt: „Es ist ein wunderschönes Kostüm, dafür hat die Design-Abteilung gesorgt, aber für uns war vor allem eines wichtig: Dass wir es später animieren können. Wir verbinden dann Cates Darstellung mit Spezialeffekten und nutzen dafür die Motion-Capture-Technologie. Sie spielt keine CGI-Figur, aber das Kostüm, das wir um sie herum animieren, steckt voller überraschender Effekte.

Was uns Cate Blanchett selbst über ihre Figur verraten hat, wie Tessa Thompson weibliche Superhelden im Marvel-Universum sieht und warum Tom Hiddleston und Chris Hemsworth sich freuen, dass Taika Waititi kein Fan von filmischen Mikrowellengerichten ist, erfahrt ihr in den kommenden Tagen in unseren ausführlichen Interviews. Jetzt verraten wir euch auf den folgenden Seiten aber erst einmal, warum wir uns nach dem Besuch des Sets noch mehr auf den Film freuen als zuvor – und wo eigentlich Thors Hammer Mjölnir abgeblieben ist, den haben wir uns nämlich ganz frech heimlich ausgeborgt:

Hier geht’s weiter…

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